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Aktuell
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"Kultur als Bindemittel des Sozialen"
Juliane Alton
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„Gut sein, besser werden. Kulturförderung als normative und administrative Herausforderung.“
Eine vergleichende Studie im Auftrag der Ländervertretungen der IG Kultur Österreich. Von Tasos Zembylas und Meena Lang.
Die Frage ist laut Studie nicht ob, sondern wie der Staat, also auch die hauptzuständigen Bundesländer, Kultur fördern: da geht es nicht nur um die Summen, es geht auch um den Dialog zwischen Kulturschaffenden und ihrem Publikum und um den Dialog zwischen Förderinstanzen und Kulturschaffenden, ohne den kulturpolitische Ziele nicht erreicht werden können.
Folgende Fragen lenkten die Untersuchung:
Wie kann das Förderungsverfahren so weit wie möglich vereinfacht werden?
Wie kann es so weit wie möglich präzis, sachlich und transparent gestaltet werden?
Entscheidend für die Qualität der Kulturverwaltung sind unter anderen folgende Bereiche:
1) Die Verfahrensdauer: Es geht darum, den „worst case“ zu verhindern, nämlich dass ein/e Antragsteller/in auch nach sechs Monaten noch keine Antwort bekommen hat. Ob das Verfahren in der Regel zwölf oder fünfzehn Wochen dauert, ist von untergeordneter Bedeutung.
2) Die Bewertung der Anträge: Unabhängig von den verlautbarten Kriterien und der Zusammensetzung von Kunstkommissionen geht es darum, dass die Entscheidungen letztlich für die Antragsteller/innen und für die Öffentlichkeit nachvollziehbar sind. Eine Behörde vergibt öffentliches Geld – das ist etwas anderes als ein Spielautomat!
3) Die Überweisungsmodalität: Hier geht es um Verbindlichkeit und Planbarkeit, um Zusatzkosten zu vermeiden – Kulturfördergeld soll nicht den Banken zugute kommen.
4) Gendermainstreaming: Politik bewirkt immer etwas – auch im Hinblick auf die Geschlechter-Asymmetrien. Die Richtung der Wirkungsweise muss erforscht werden, um nötigenfalls, und es ist nötig, gegensteuern zu können. Auch Artikel 7 der Bundesverfassung erfordert dies.
5) Die Förderhöhe: auch wenn es um eine Fehlbetragsfinanzierung geht, muss die Förderhöhe so berechnet sein, dass nicht vorhandene Arbeits- und Sozialstandards unterlaufen werden. Wichtig sind daher Indexanpassungen und eine sachlich fundierte Förderquote (Abweichung der Förderhöhe von der beantragten Förderung).
Die Studie macht auch klar, dass die Förderung von Kulturinitiativen von zentraler Bedeutung ist: die meisten Initiativen pflegen einen stärkeren Kontakt zu bestimmten Subgruppen und haben niedrige Einstiegsschwellen für neues Publikum. Deshalb ist die Förderung der Kulturinitiativen zukunftsweisend – auch wenn sie im Vergleich zu klassischen Kunstsparten stiefmütterlich behandelt werden.
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